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Ehepaar aus Holzweiler engagiert sich nach dem Urlaub für eine Schule in Tansania

HOLZWEILER. TW. Sansibar, das sind Trauminseln vor der ostafrikanischen Küste. Weiße Strände, blaues Wasser, tolles Klima und gute Hotels sind auf der zu Tansania gehörenden halbautonomischen Inselgruppe zu finden. Sansibar, das ist aber auch Afrika mit all seinen Problemen, vor allen Dingen der Armut. Obwohl die Menschen hauptsächlich vom Tourismus existieren, leben mehr als die Hälfte der Einwohner unter der Armutsgrenze. Angelika und Georg Schorn aus Holzweiler haben beide Seiten kennengelernt und sich zu einer spontanen Aktion entschlossen.

Foto: Weber, Angelika und Georg Schorn starteten eine Hilfsaktion für eine Schule auf Sansibar.
Foto: Weber, Angelika und Georg Schorn starteten eine Hilfsaktion für eine Schule auf Sansibar.

Mitte des Jahres hatte Angelika Schorn eher zufällig Sansibar als Ziel einer Reise anlässlich ihrer silbernen Hochzeit ausgewählt. Vor Ort wurden unter anderem Ausflüge ins nächstgelegene Dorf angeboten. Da machten die beiden mit und lernten die ärmlichen Verhältnisse kennen: Wasser ist rar, für die 3500 Menschen im Ort stehen nur drei Wasserstellen bereit. Strom gibt es nur in wenigen Häusern, asphaltierte Straßen sahen die Schorns keine. Dafür aber gab es einen Kiosk, in dem Touristen angehalten wurden, Schulmaterialien wie Hefte oder Stifte zu kaufen, um sie den Kindern in der örtlichen Schule zu schenken. Die beiden sahen sich die „Pwani Mchangani School“ genauer an. 850 Kinder lernen dort, in Klassen mit Stärken von 50 bis 60 Schülerinnen und Schülern. „In der Schule hatten wir die Gelegenheit, mit dem Schulleiter zu sprechen. Der Schulbesuch ist für die Kinder kostenlos und verpflichtend. Allerdings ist die Ausstattung der Schulen ziemlich schlecht. Es fehlt im Prinzip an allem“, berichtete Georg Schorn. Allerdings habe man über eine Spendenaktion vor einigen Jahren 17 Laptops erhalten und somit einen Computer-Raum einrichten können. Doch sind 17 Laptops bei einer Klassengröße von 50 bis 60 Kindern natürlich nicht ausreichend.

 

„Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, eine Sammel-Aktion zu starten. Wir suchen Laptops, die mindestens das Betriebssystem „Windows 7“ haben und die noch funktionstüchtig sind“, so die Schorns. Bevor die Laptops nach Sansibar gehen, werden sie auf die Grundeinstellungen zurückgesetzt und damit alle Daten gelöscht. Auf Sansibar erhalten sie ein Betriebssystem in englischer Sprache. Soweit die Planungen, die aber auch Fragen aufwarfen. Geklärt ist mittlerweile, dass gebrauchte Geräte in Tansania keinen Zollbestimmungen unterliegen. Auch der Transport ist sicher, ein weltweit agierender deutscher Dienstleister ist auch auf der Ferieninsel tätig. Dass die Waren dann auch bei den Kindern ankommen, ist Aufgabe von Hassan Humoud. Den Animateur, der selbst sozial engagiert ist, lernten die Schorns in ihrem Ferienhotel kennen. Er wird die Übergabe an die Schule organisieren und auch filmisch dokumentieren.

 

„Möglicherweise schicken wir vorab mal ein Probepäckchen, um zu sehen, ob alles funktioniert, ehe es eine größere Lieferung geben wird“, plant Georg Schorn. Vielleicht wird man aber auch in ein paar Jahren vor Ort noch einmal nachsehen, ob die Hilfsaktion Wirkung zeigte. Jetzt heißt es aber erst einmal Spenden sammeln. Die Schorns haben ihren kompletten privaten und beruflichen Bekanntenkreis angeschrieben, auch die Kontakte des Vereins „Bon Secours“ aus Meckenheim. Hier ist Georg Schorn bereits sozial engagiert, da seine Vertriebsfirma für medizinische Geräte über den Verein Krankenhäuser in Kamerun unterstützt.

 

Jetzt suchen die Schorns neben Laptops auch Computer-Mäuse, Beamer und Camcorder, aber auch Bleistifte, Kugelschreiber, Schreibhefte DIN A5 liniert, Lineale, Geo-Dreiecke, Zirkel und Radiergummis, kurzum: alles, was Schulkinder und Schulen benötigen. Vor wenigen Tagen startete die Aktion, erste Spende waren 50 Kugelschreiber. In Holzweiler ist man aber guter Dinge, dass das benötigte Equipment zusammen kommt. Wird die Aktion ein Erfolg, denkt man im Hause Schorn bereits darüber nach, das ganze auszuweiten. Aber zunächst gelte es, der Schule auf Sansibar einen vernünftigen Computerraum mit 60 Laptops einzurichten.

 

Wer also eines der benötigen Geräte hat und es nicht mehr braucht, kann es bei Familie Schorn, Vettelhovener Straße 112 in 53501 Grafschaft-Holzweiler abgeben. Infos gibt es telefonisch unter 02641/34998 oder 0171/2117700 sowie per E-Mail unter schornag@t-online.de.